{"id":28,"date":"2016-03-21T20:19:08","date_gmt":"2016-03-21T20:19:08","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfgang-dreier.at\/?page_id=28"},"modified":"2016-03-24T17:16:26","modified_gmt":"2016-03-24T17:16:26","slug":"dissertation","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wolfgang-dreier.at\/?page_id=28","title":{"rendered":"Dissertation"},"content":{"rendered":"<h5>Continuity Illusion und Musik. Ein H\u00f6rph\u00e4nomen zwischen physiologisch und kulturell determinierter Wahrnehmung<\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Die Metadaten zu meiner Arbeit k\u00f6nnen samt Abstracts (in deutscher und englischer Sprache) im \u00d6sterreichischen Bibliothekenverbund unter dem Permalink <a href=\"http:\/\/permalink.obvsg.at\/AC07811032\">http:\/\/permalink.obvsg.at\/AC07811032<\/a> abgerufen werden.<\/p>\n<h5>Die Arbeit in drei S\u00e4tzen:<\/h5>\n<ol>\n<li>Zentral ist die Frage, welche Strategien der musikalischen Wahrnehmung unver\u00e4nderbar (weil angeboren) sind, und welche im Lauf des Lebens erlernt werden<\/li>\n<li>Als Testmethode kommt der auditive Kontinuit\u00e4tseffekt zum Einsatz, der \u00fcber L\u00fccken in Schallsignalen hinwegzut\u00e4uschen vermag, sofern diese L\u00fccken entweder durch den Verdeckungsmechanismus maskiert werden oder in einer Komponente des Musikst\u00fccks liegen, die der H\u00f6rer (unbewusst) in den auditiven Hintergrund verschiebt<\/li>\n<li>Durch gezielte Positionierung der L\u00fccken in Schallsignalen und der Bewertung dieser Signale im Zuge empirischer Untersuchungen werden dar\u00fcber Kenntnisse gewonnen, welcher Anteil am gesamten H\u00f6rerlebnis jeweils erlernten Wahrnehmungsstrategien (Einteilung des Geh\u00f6rten in Melodie\/Begleitung, Gewichtung in schwere\/leichte Taktzeiten) oder physiologischen Faktoren (H\u00f6rkurven, Verdeckungsgesetze) zukommt<\/li>\n<\/ol>\n<h5>Abstract (deutsch)<\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Wird ein Ton kurzfristig unterbrochen und die dadurch entstandene L\u00fccke mit Rauschen gef\u00fcllt, so wird die Unterbrechung nicht mehr als eine solche wahrgenommen. Der Ton scheint vielmehr kontinuierlich weiterzuverlaufen, jedoch an der Stelle der Unterbrechung vom Rauschen verdeckt zu sein.\u201d (Reuter 2002, S. 1) Im Sinne dieser Defintion des auditiven Kontinuit\u00e4tseffekts (auch \u201cContinuity Illusion\u201d) unterscheiden sich die in vielen Untersuchungen zur Anwendung gebrachten Versuchsdesigns schon seit den ersten Tests Mitte der 1950er Jahre nur unwesentlich. Die Erforschungsgeschichte ist sp\u00e4testens seit Bregmans \u201cAuditory Scene Analysis\u201d (1990) in der Psychoakustik und Musikpsychologie zu verorten. Diese Fachrichtungen gehen in der Regel davon aus, dass Effekte wie die Continuity Illusion auf einer \u201cbiologischen\u201d Wahrnehmungsebene zum Tragen kommen und daher in verschiedensten Kontexten jeweils durch dieselben Mechanismen hervorgerufen werden. Dies legt in der Folge die Verwendung standardisierter und normierter Versuchsdesigns nahe, um eine gerade im Bereich der Naturwissenschaften vielfach angestrebte gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Verallgemeinerung der Ergebnisse zu erzielen. Variabilit\u00e4ten in Bezug auf H\u00f6rer, Kulturen und Kl\u00e4nge f\u00e4llt unter diesem Forschungsparadigma eine weitgehend marginale Rolle zu. Aus musikwissenschaftlicher Sicht jedoch bleibt nachzutragen, dass jedes bewusste H\u00f6rerlebnis \u00fcber psychoakustisch bedingte Universalien hinaus kulturell determinierten bzw. erlernten Parametern unterliegt. Dennoch bilden die aus standardisierten Versuchen gewonnenen Erkenntnisse eine solide Basis f\u00fcr weiterf\u00fchrende Untersuchungen, die sich einer Continuity Illusion \u201cim weiteren Sinn\u201d, bezogen auf Kontexte des Musik-Erlebens, widmen k\u00f6nnen.<br \/>\nDiesbez\u00fcgliche Ans\u00e4tze konnte ich bereits in meiner Diplomarbeit (Dreier 2005) erarbeiten und testen \u2014 demzufolge untersucht die vorliegende Arbeit die Continuity Illusion nicht anhand von Ton-\/Ger\u00e4usch-Signalen, sondern anhand realer Musikbeispiele. Grundlage f\u00fcr die Untersuchung bildet die Operationalisierung des H\u00f6reffekts auf Basis eines wissenschaftstheoretischen Axiomatisierungsmodells. Diese geht aufgrund bisheriger Forschungsergebnisse (u.a. Dreier 2005) davon aus, dass der auditive Kontinutit\u00e4tseffekt auf einer prozesshaften auditiven Figur-\/Hintergrundstrukturierung (Thurlow 1957) basiert. Mit der Operationalisierung geht einher, dass jeweils psychoakustische Grundph\u00e4nomene und kulturell determinierte Faktoren benannt und hinsichtlich ihrer Relevanz f\u00fcr das Auftreten einer Continuity Illusion im auditiven Hintergrund untersucht werden. In einem n\u00e4chsten Schritt werden die daraus gewonnenen Indikatoren auf zwei v\u00f6llig verschiedene Musikkonzepte angewandt. Auf der Basis detaillierter Analysen der jeweiligen Musikkonzepte wird jeweils ein einem Konzept entsprechendes Fallbeispiel herausgegriffen und mit L\u00fccken versehen, die jeweils einer der beiden unabh\u00e4ngigen Variablen (psychoakustisch\/kulturabh\u00e4ngig) zugeordnet werden k\u00f6nnen. Die Ergebnisse des daraus entwickelten Experiments geben zun\u00e4chst Aufschluss \u00fcber m\u00f6gliche Verteilungen der Variablen innerhalb des auditiven Kontinuit\u00e4tseffekts. Dar\u00fcber hinaus zeigen sie, dass das Auftreten des Effekts tats\u00e4chlich \u00fcberwiegend daran gebunden ist, dass sich die Unterbrechung im auditiven Hintergrund befindet. Diese Beobachtung erlaubt auf der Basis der Testergebnisse R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Wahrnehmungsstrategien, die eine westlich gepr\u00e4gte Stichprobe auf das jeweilige Musikkonzept anwendet. Unter anderem legen die Untersuchungsergebnissen nahe, dass eine Continuity Illusion \u201cim weiteren Sinn\u201d vermehrt dann auftritt, wenn das erlernte, kulturell gepr\u00e4gte H\u00f6rkonzept sich von dem Musikkonzept des zu bewertenden Items grunds\u00e4tzlich unterscheidet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Continuity Illusion und Musik. 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